Nominee

Design Leadership Prize:
Focus Ageing Society

 
 

Stadler
EC250 Giruno

Team Design:

Nose Design Experience

Christian Harbeke, Nino Scheidegger, Cristoffel Bonorand, Lukas Thüring, Lukas Wägli, Christian Scholz


Team Client:

SBB – Swiss Federal Railways

Markus Geist, Nadine Wünsch, Christian Frisch, Christian Oberlin, Peter Zürcher


Team Supplier:

Stadler Rail

Thomas Legler, Daniel Forrer, Thomas Kägi, Dominik Blum


www.nose.ch

www.stadlerrail.com

Die Gestaltung eines neuen Zuges ist eine enorm komplexe, durch zahllose technische, wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Vorgaben geprägte Aufgabe. Bei einem Zug, der in mehreren Ländern mit voneinander abweichenden Vorschriften und Normen verkehren soll, kann alleine die Ausschreibung mehr als 3000 Anforderungspunkte umfassen. So war es beim neuen Hochgeschwindigkeitszug Giruno, den die SBB nach einem Vergabeverfahren bei der Stadler Rail AG mit Nose als Designpartner in Auftrag gaben. Er wird 2019 den Betrieb aufnehmen und die Verbindung Deutschland–Schweiz–Italien via Gotthard-Basistunnel bedienen. Bei der Gestaltung von Giruno wurde – analog dem SBB-Motto «Unterwegs zu Hause» – der Schwerpunkt auf Komfort, Eleganz und Kundenfreundlichkeit gelegt – insbesondere für Familien, Senioren und Personen mit eingeschränkter Mobilität. Der Forderung nach Barrierefreiheit wird dabei auf allen Ebenen entsprochen. So ist der Zug – als erster seiner Art – mit einem für zwei Bahnsteighöhen geeigneten Niederflureinstieg ausgestattet, der Ein- und Ausstieg erheblich erleichtert. Die Verkehrsflächen im Innenraum sind so dimensioniert, dass der Speisewagen im Rollstuhl problemlos erreichbar ist. Rollstuhlplätze verfügen zudem über spezielle Klapptische. Bei der Sitzplatznummerierung gibt es eine Version in Brailleschrift, und selbst der Einwurf der Abfallbehälter ist auffällig tief angeordnet.


Comments of the nominators

Eine überzeugend gelungene Zuggestaltung, die die Forderung nach Barrierefreiheit konsequent beherzigt und auf innovative Weise umsetzt. Der für verschiedene Bahnsteighöhen geeignete Niederflureinstieg ist bisher einmalig bei Hochgeschwindigkeitszügen. Das ebenso dumme wie alte Vorurteil, dass Barrierefreiheit auf Kosten der gestalterischen Qualität gehen würde, ist durch den Giruno eindrücklich widerlegt.